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20 Jahre kunstform: Der Onlineshop von 2003 bis heute

Zwanzig Jahre kunstform, das sind zwanzig Jahre Team, zwanzig Jahre Jams und Sessions. Und es sind zwanzig Jahre kunstform.org. Der Onlineshop war von Anfang an dabei und ist bis heute das Herzstück von kunstform. Er ist in dieser Zeit genauso gewachsen wie alle anderen Bereiche.

Die Domain kunstform.org hat Sebastian Pospischil im Jahr 2003 registriert. In der Gewerbeanmeldung vom 27. Oktober 2003 steht der Internetverkauf von Fahrradteilen schon drin. Aus ein paar einfachen HTML-Seiten hat sich seitdem ein richtiges Softwareprojekt entwickelt. Wir zeigen dir die Entwicklung des Onlineshops: wie die Seite aussah, was dahinter steckt und was in zwanzig Jahren durch sie hindurchgegangen ist.

2003 bis 2005: ein paar HTML-Seiten

Am Anfang war kunstform.org eine Handvoll HTML-Dateien, selbst geschrieben mit dem, was man sich damals bei SELFHTML beigebracht hat. Bestellt wurde per Mail. Die Seite von damals gibt es noch, im Internetarchiv, mit dem Stuttgarter Flatland-Spot am Württembergischen Kunstverein als Hintergrund. Auf der Teamseite standen die ersten Teamfahrer: Seppl, Sven Steinbach, Chris Böhm und Daniel Hennig. Viele davon sind bis heute aktiv. Und der Satz, mit dem Seppl das Ganze beschrieben hat: kunstform?! verstehe sich in erster Linie als Vertrieb für Flatlandprodukte, solle aber vor allem eine Plattform sein, denn das Ziel sei nicht nur, gute Teile anzubieten, sondern Flatland in allen Bereichen zu unterstützen. Sponsoring gehöre dazu, genauso wie Contests, Jams und Partys.

2006: der erste richtige Shop

2006 stand dann ein echter Onlineshop dahinter, mit Warenkorb, Kundenkonto und Kasse. Auf der Startseite stand damals ein Begrüßungstext von Seppl, der das Programm ziemlich genau vorweggenommen hat: "Wie Du sehen kannst, ist der neue Shop nun endlich online! Mit der Zeit wird er natürlich weiter wachsen, was natürlich auch durch Dich geschieht!" Und ein Stück weiter: "Um nicht im Einheitsbrei der anderen Webshops unterzugehen, haben wir beschlossen, uns nur auf das zu konzentrieren, wovon wir wirklich etwas verstehen: BMX-Flatland!"

Das Sortiment war damals in drei Kategorien sortiert: Hardware, 192 Artikel. Softgoods, 48. Medien, 31. Zusammen 271 Produkte. Unten in der Ecke lief ein Besucherzähler mit, der am 15. August 2006 bei 408.564 Zugriffen seit dem 25. April 2005 stand. Den Zähler gibt es längst nicht mehr, gezählt wird trotzdem: Allein seit Ende 2019 waren es über 48 Millionen Seitenaufrufe. Zwei Dinge waren damals schon drin, auf die wir heute noch stolz sind: nach Gewicht gestaffelte Versandkosten, damit auch eine kleine Bestellung bezahlbar bleibt, und Produktlisten, die man nach Gewicht sortieren kann. Unterschrieben hat das Ganze "Sebastian 'Seppl' Pospischil, Shopowner & Flatland-Pro".

So war es am Anfang auch: kunstform war ein reiner Flatland-Shop. Dann kamen Kunden aus anderen Disziplinen, erst Street und Park, später BMX Race und MTB, und mit der Nachfrage ist das Sortiment Schritt für Schritt gewachsen. Bis heute richtet es sich danach, was du suchst.

Das Layout im Wandel der Jahre

Seit 2006 haben wir das Layout und die Technik dahinter immer wieder erneuert: lange die Version mit den Flügeln links und rechts und dem Schriftzug BMX MAILORDER, 2014 die Seite, die viele noch kennen, 2017 aufgeräumter, 2020 dann das Layout, das bis heute die Grundlage ist. Ein komplettes Redesign gab es dabei nie. Wir haben die Dinge angepasst und weiterentwickelt, so wie es uns unsere Kunden als Feedback zurückgegeben haben. Trends waren dabei nie der Maßstab, sondern immer die Frage, was dir beim Bestellen hilft. Und wir nutzen unseren Shop selbst: als BMXer wissen wir, was man braucht, um schnell die Infos und die Teile zu finden.

Irgendwann kam der Punkt, an dem mehr Leute vom Handy aus bestellt haben als vom Rechner. Wir haben uns relativ früh für ein responsives Layout entschieden, also eine Seite, die sich an jedes Gerät anpasst, während andere Shops damals noch eigene Mobilseiten gebaut haben. Bis heute gibt es deshalb genau einen kunstform Shop, ob am Handy, am Tablet oder am Rechner.

Die Technik dahinter

Der Kern des Shops basiert auf osCommerce, einer freien Shopsoftware aus den Anfangsjahren des Onlinehandels. Davon ist über die Jahre kaum etwas so geblieben, wie es war: Wir haben das System an unsere Abläufe angepasst, Stück für Stück erweitert und die Technik dahinter immer auf dem aktuellen Stand gehalten, von der Programmiersprache über die Datenbank bis zur Auslieferung der Seiten. Was man auf den Bildern nicht sieht, ist deshalb der größere Teil. Hinter dem Shop hängt inzwischen ein ganzer Apparat, selbst programmiert, immer nach dem, was du als Kunde gebraucht hast und was die Nachfrage mit sich gebracht hat. So ist das ganze System dahinter Schritt für Schritt gewachsen und professioneller geworden, federführend dabei Daniel Fuhrmann. Technisch ist der Shop heute auf dem neuesten Stand: Er hält mehrere tausend Besucher gleichzeitig aus, ohne langsamer zu werden. Möglich macht das ein ausgeklügeltes Caching-System, bei dem fertige Seiten, Bilder in allen Größen und Datenbankabfragen so vorgehalten werden, dass die meisten Aufrufe gar nicht mehr bis zur Datenbank durchschlagen. Dazu kommen ein CDN vor dem Server und aktuelle Software, die laufend weiterentwickelt wird.

Die Lieferanten sind per Schnittstelle angebunden, so dass mehrmals täglich abgeglichen wird, was wo verfügbar ist. Fehlt ein Teil für eine Bestellung, landet es automatisch im Bestellkorb beim richtigen Lieferanten. Ist der Korb groß genug oder wartet die älteste Position zu lange, geht die Bestellung von allein raus. Dazu kommen Lagerlogistik, Kommissionierung, Etiketten, Retouren, Rechnungen, Preisregeln und MwSt.-Einstellungen für Deutschland, EU und Drittländer, und eine Produktdatenbank, die den Shop, die Suchmaschinen und die Marktplätze gleichzeitig füttert.

Vieles davon siehst du auch auf deiner Seite: Eine Bestellung kannst du nach dem Kauf noch selbst bearbeiten, Produkte nachträglich dazupacken, die Menge ändern oder stornieren, solange sie nicht gepackt ist. Eine Rücksendung meldest du über unser Retourenformular an, ohne vorher eine Mail schreiben zu müssen, und den Status von Bestellung, Versand und Retoure siehst du jederzeit in deinem Konto.

Was man auch nicht sieht: wie viel Arbeit darin steckt. Vieles davon ist nachts entstanden, an Wochenenden, an Sonn- und Feiertagen, weil ein Problem gelöst werden musste, bevor am Montag die Bestellungen reinkommen. Nicht, weil es jemand verlangt hat, sondern weil wir es besser haben wollten, für uns und für dich. Bei allem, was dazukommt, gilt dasselbe wie am ersten Tag: immer den Kunden im Fokus.

Nichts davon ist spektakulär, wenn es funktioniert. Genau deshalb steht es hier: Es ist der Grund, warum eine Bestellung, die abends um elf reinkommt, oftmals am nächsten Tag im Paket liegt.

Das Lager

Und dann gibt es die Seite davon, die nichts mit Code zu tun hat: Regale, Kartons, Klebeband. Es gibt Tage, an denen das Lager von unten bis oben voller fertiger Pakete steht und der DHL Wagen zweimal kommen muss. Vor Weihnachten sowieso, aber auch im Frühjahr, wenn alle wieder anfangen zu fahren, oder an dem Tag, an dem die neuen Kompletträder ankommen und alle Vorbestellungen auf einmal rausgehen.

Was zusammengekommen ist

Seit der ersten Bestellung sind es mehrere hunderttausend Bestellungen geworden, von mehr als hunderttausend verschiedenen Kundinnen und Kunden. Verschickt haben wir in 91 Länder. Über eine Million E-Mails haben wir beantwortet oder sind dabei rausgegangen. Im Shop stehen heute rund 14.000 Produkte online, 2006 waren es 271.

Die Zahl, die uns davon am meisten bedeutet, ist eine andere: Über 40.000 Menschen haben mehr als einmal bei uns bestellt. Mehr als 3.400 davon zehnmal oder öfter. Das sind keine Klicks, das sind Kunden, die wiederkommen.

Was die Kunden sagen

Auf Trustpilot stehen inzwischen rund 2.400 Bewertungen bei einem Schnitt von 4,9 von 5. Jede einzelne davon hat jemand freiwillig geschrieben. Am häufigsten wird darin eine Sache gelobt: dass am Telefon oder per Mail jemand antwortet, der selbst BMX fährt und die Teile kennt. Genau das war 2003 der Plan, und daran hat sich nichts geändert, auch wenn inzwischen ein paar Zeilen mehr Code dazwischen stehen.

Vielen Dank an alle, die in zwanzig Jahren hier bestellt haben. Wie aus all dem ein Laden geworden ist, erzählen Seppl, Fuhre, Flo und die anderen in unserer Doku zum 20-jährigen Jubiläum.

Viele Grüße & Ride on
Dein kunstform BMX Shop Team


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